Kurze Antworten auf große Fragen

Hawking beschreibt die enormen Chancen der Künstlichen Intelligenz, etwa in der Zukunft der Kommunikation: Wenn über Gehirn-Computer-Schnittstellen das menschliche Gehirn mit dem Internet verbunden wird, wäre die gesamte Wikipedia abrufbereit. Oder ein Avatar, ein Double, das einen Teil unserer täglichen Arbeit übernimmt. Oder die Möglichkeiten in der Medizin, die ja auch dem an ALS erkrankten Wissenschaftlers geholfen haben, zu forschen und sich zu verständigen.
Aber was, wenn autonome Waffensysteme starten, die selbst auswählen, wen sie wann töten? Wie sieht dann der Endpunkt eines solchen Wettrüstens aus? Hawkins Appell: „Der ideale Augenblick, um das Wettrüsten mit autonomen Waffen zu beenden, ist: jetzt, sofort.“
In Hawkings letztem Buch geht es nicht um neue Erkenntnisse, vielmehr ist es eine Zusammenfassung darüber, wie Hawking die Welt sah.
Gibt es einen Gott? Hawking: „Wenn Sie wollen, können Sie die wissenschaftlichen Gesetze Gott nennen, aber das wäre dann kein persönlicher Gott, dem sie begegnen und Fragen stellen könnten.“
Können wir die Zukunft vorhersagen? Hawking: „Die kurze Antwort ist Nein und Ja.“
Die größten Bedrohungen sieht Hawking indes in einem Zusammenstoß mit einem Asteroiden („die letzte fand vor 66 Millionen Jahren statt und löschte die Dinosaurier aus“). Die akutere Gefahr aber, konstatiert er, sei der Klimawandel, Prozesse, die dazu führen könnten, „dass wir ein Klima wie auf der Venus mit einer Temperatur von weit über 250 Grad bekommen.“
Und natürlich geht es um Hawkings Urknall-Theorie oder besser darum, was vor dem Urknall vor etwa 13,8 Milliarden Jahren existierte. Diese Frage hält Hawking für sinnlos, so sinnlos wie die Frage, was südlich des Südpols ist, weil es seiner Meinung nach vor dem Urknall keinen Zeitbegriff gibt, auf den man sich beziehen könnte. „Das Konzept der Zeit existiert nur innerhalb unseres Universums.“
 

Hawking, Stephen
Klett-Cotta
ISBN/EAN: 9783608963762
20,00 €